Rezension #32 {Warm Bodies}

Viele kennen den Film, kaum einer weiß, dass es eigentlich ein Buch ist. Ich habe es vorletztes Jahr schon auf Englisch gelesen, war aber ziemlich geschockt. Wieso? Das erfahrt ihr gleich…


Warm Bodies

Quelle: Klett-cotta.de


Eckdaten

Autor: Isaac Marion

Verlag: Tropen

Sprache: Deutsch

Erscheinungsdatum: 2010

Band: 1 von 1

Preis: 9,95 € (Taschenbuch)


Inhaltsangabe

R ist ein Zombie. Es ist ihm peinlich, dass er sich nur an den ersten Buchstaben seines Namens erinnern kann. Wie die anderen Zombies verbringt R seine Zeit mit Herumstehen und Stöhnen. Was die Wenigsten wissen: Tot sein ist leicht.
Bei einem der Raubzüge in der Stadt trifft R auf Julie. Dummerweise hat er gerade das Hirn ihres Freundes gegessen. R weiß nicht warum, aber er verliebt sich unsterblich in Julie – ausgerechnet in ein lebendes menschliches Wesen.

siehe Amazon


Cover

Englisches Cover Quelle: Amazon.de

Das Cover der „Buch-zum-Film-Ausgabe“ ist okay, denn ich finde die beiden Schauspieler richtig super für die Rollen. Allerdings finde ich Julie ein bisschen zu dünn, es kommt mir fast vor als wäre sie mega mit Photoshop bearbeitet. Und R trägt die falschen Klamotten (was mich sehr stört), da immer wieder im Buch angesprochen wird, dass er ein mega teures Business-Outfit trägt, mit Anzug und roter Seidenkrawatte.

Ein anderes Cover gibt es im Deutschen leider nicht, dafür finde ich das englische ziemlich cool. Es ist schlicht und passt trotzdem perfekt zu der Geschichte.


Ich und das Buch

Vor etwas weniger als zwei Jahren habe ich Warm Bodies zum ersten Mal auf Englisch gelesen – und war schockiert. Nicht so sehr von der Geschichte, die an manchen Stellen halt zombiehaft ist (was ich nicht unbedingt mag), sondern von meinem schlechten Englisch. Ich habe oft die Konzentration sowie den Faden verloren, ganze Absätze viermal lesen müssen, weil ich nicht kapiert hatte, worum es gerade geht.

Und kleine Vorwarnung an diejenigen, die beabsichtigen es auch noch zu lesen: Euch wird es vermutlich auch so gehen!

Doch das liegt weniger an mangelnder Intelligenz oder schwachem Lesevermögen oder gar ADHS – nein! Es liegt am Buch selbst. Und jetzt, da ich es auch auf Deutsch kenne, weiß ich, dass ich doch gut Englisch kann, das Buch aber stellenweise einfach nur komisch ist 😀

Ich hätte schwören können, der Autor Marion sei Philosoph. Ehrlich, manche Abschnitte waren dermaßen philosophisch und abgehoben, dass ich oftmals die Augen rollte. Ein mittelphilosophisches Beispiel:

The universe is compressing. All memory and all possibility squeezing down to the smallest of Points as the last of their flesh falls away. To exist in that singularity, trapped in one static state for eternety – this is the Boney’s world. (letztes Drittel von Warm Bodies)

Abgesehen von den deprimiert-philosophischen Anwandlungen des Autors ist die Geschichte ziemlich witzig, aber auch realistisch geschrieben. Denn in einer Welt, die fast nur noch von Knochen und Zombies bevölkert wird, können die übrigens Menschen einfach nicht gut drauf sein. Zumindest nicht die ganze Zeit. R erlebt die Hoffnungslosigkeit der Menschen direkt mit, wenn er wie im Film die Stückchen Hirnmasse isst, die von Julies Ex-Freund noch übrig sind.

Doch auch von der Zombie-Society bekommt man viele Geschichten erzählt. Zwar ist R die große Ausnahme, da er sich viel menschlicher verhält als die anderen (er kann bis zu 5 Silben auf einmal sprechen!), trotzdem gibt es eine Art Community auf dem Flughafen, wo er wohnt. Beispielsweise werden Zombieweiblein und Zombiemännlein von den Knochen verheiratet, bekommen Zombiekinder zugewiesen, die dann zur Schule müssen, wo sie lernen Menschen zu reißen.

R ist etwas ganz Besonderes. Er stellt sich Fragen, die sich kein Zombie stellt und hat plötzlich keine Lust mehr auf Zombiesein. Also schafft er es einfach ab, ausgelöst durch seine Liebe zu Julie. Doch der Prozess des Menschlichwerdens ist langsam. Zuerst isst er weniger, schläft wieder, dann friert er, dann muss er pinkeln… Es ist eine schleichende Veränderung, die der Autor richtig gut hinbekommt bis ganz zum Schluss.

Das Buch ist nicht direkt fesselnd oder unglaublich spannend, gerade am Anfang gibt es nicht mal viel gesprochene Sätze (hört, hört). Trotzdem ist es ein besonderes und einzigartiges Buch, welches den Leser zu unterhalten vermag mit seiner subtilen Handlung, tollen Hauptcharakteren und bisweilen witzigen und makaberen Situationen.


Schlussplädoyer

Wer Warm Bodies lesen möchte, sollte sich auf eben beschriebene philosophische Ausschweifungen gefasst machen, die für mich manchmal keinen Sinn gemacht haben. Trotzdem ist es ein wunderschönes Buch über eine hässliche Welt, die langsam zu heilen beginnt. Die beiden Hauptcharaktere, aber vor allem R, sind liebenswürdig und begeistern den Leser mit ihrer wunderlichen und einzigartigen Art. Auch wenn ich Zombies überhaupt nicht leiden kann und mich fern von The Walking Dead oder jeglichen zombielastigen Büchern/Filmen halte, so ist Warm Bodies trotzdem ein Buch (und ein Film), das es wert ist, gelesen (und geschaut) zu werden!

Liebe Grüße und Hakuna Matata

Isabella

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3 Gedanken zu „Rezension #32 {Warm Bodies}

  1. Pingback: Unsympathische Charaktere | thechaosdiaries

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