Rezension #44 {Das Schattenreich der Vampire}

Irgendwie erschien dieses Buch mehrmals auf Facebook in der Werbung und irgendwann wurde ich neugierig. Also habe ich Band 1 gekauft und angefangen zu lesen… und naja, meine Meinung ist nicht so dolle 😉 Es wird bestimmt interessant für euch meine Rezi zu lesen 🙂


Das Schattenreich der Vampire


Eckdaten

Autor: Bella Forrest

Verlag: Amazon Media

Sprache: Deutsch

Erscheinungsdatum: Dezember 2012

Band: 1 von 7

Folgeband: Ein Schattenreich voller Blut, Eine Burg aus Sand, Im Schatten des Lichts, Der Glanz der Sonne, Das Tor zur Nacht, Der Anbruch des Tages

Preis: 3,99 € (eBook)


Inhaltsangabe

Die folgt weiter unten, weil ich die ein bisschen zerpflücken muss… Sorry 😉


Cover

Ein Wort: furchtbar. Alles andere wäre besser gewesen als das. Ich hasse Menschen auf Covern (wie ihr ja schon wisst) und das ist irgendwie so unprofessionell gemacht wie es nur geht. Ich bin selber Selfpublisher und ich hätte eher einen weißen Hintergrund mit rotem Blutstropfen genommen als das. Einfach furchtbar 😀


Ich und das Buch

Zuerst geht es mal um den Titel: ebenfalls furchtbar. Also Twilight bzw. Bis(s) zum Morgengrauen ist ja halbwegs kreativ (wenn auch eine unnötige Übersetzung). A Shade of Vampire ist zwar auch nicht der bomben Titel des Universums, aber immerhin besser als Das Schattenreich der Vampire. Meh.

So, jetzt komme ich zum eigentlichen Klappentext, der meiner Meinung nach vollkommen fehlinformiert. Ich habe ihn von meinem Kindle abgeschrieben und meinen Senf dazugegeben:

Am Abend von Sofia Claremonts siebzehntem Geburtstag wird sie in einen Albtraum hineingesogen, aus dem sie nicht erwachen kann. Während eines ruhigen Abendspaziergangs   am Strand (stimmt nicht, sie wird von ihrem Schwarm und Quasi-Bruder klischeehaft sitzen gelassen und verletzt und rennt heulend den Strand entlang) begegnet sie einer gefährlichen blassen Kreatur, die sich nach viel mehr sehnt als nur ihrem Blut.
Sie wird ins Schattenreich entführt, eine verzauberte Insel, von der die Sonne für ewig verbannt wurde. Eine Insel, die auf keiner Karte zu finden ist und die von dem mächtigsten Vampirzirkel auf dem Planeten beherrscht wird. Dort wacht sie als eine Sklavin, als eine Gefangene in Ketten auf.
Sofias Leben erfährt eine aufregende und angsteinflößende Kehrtwendung, als sie aus Hunderten von Mädchen (ähm, kam überhaupt nicht so rüber, weil die Gute einfach gleich nach ihrer Ankunft auf der Insel in das Haus verschleppt wird, zusammen mit 4 weiteren Mädchen – die Auswahl wäre ja mal interessant gewesen und man hätte mehr über die Vampirgesellschaft erfahren) ausgewählt wird, ein Mitglied des Harems in den Baumkronen zu werden, Eigentum des dunklen, königlichen Prinzen Derek Novak (naja, so kommt er eigentlich gar nicht rüber – eher wie ein Teenager mit Verhaltensstörung).
Trotz seiner Sucht nach Macht (also das merkt man aber mal überhaupt gar nicht – nada!) und seines zwanghaften Durstes nach ihrem Blut wird Sofia sehr schnell klar, dass sein Quartier der sicherste Ort auf der Insel ist, und sie alles in ihrer Macht stehende tun muss, um ihn für sich zu gewinnen, wenn sie auch nur noch eine einzige weitere Nacht überleben will (klar, es stimmt, dass Derek sie beschützen kann und will, aber „alles in ihrer Macht stehende“? Das ist vollkommener Quatsch. Das bedeutet für mich Kampf mit den anderen Mädchen um Dereks Gunst und evtl. sogar dass sie mit ihm schlafen muss. Wäre nicht schön, aber das verstehe ich darunter! Und außerdem ist es eher andersrum: Derek tut alles was Sofia will und nicht umgekehrt – so ein Quatsch!).
Wird sie erfolgreich sein? Oder ist es ihr vorherbestimmt, durch die Hand der Novaks das gleiche Schicksal zu erleiden wie all die anderen Mädchen vor ihr (naja das ist zwar mal angeklungen, aber so reißerisch wie das im Klappentext steht ist es nicht. Immerhin ist Derek erst kürzlich aus seinem 400jährigen Schönheitsschlaf erwacht und hat bisher nur eine Feindin getötet)?

Der Klappentext ist meiner Meinung völliger Quatsch. Wenn es so wäre wie geschrieben, wäre es wenigstens ein Kampf ums Überleben! Und dann wäre Derek Novak wenigstens interessant. Und im ersten Band kommt nur eine Hexe am Rande vor, das Ganze mit „Was passiert, wenn Hexen auf Vampire treffen?“ zu betiteln, ist ziemlich übertrieben. Vielleicht ist Sofia ja auch eine, aber bestimmt nicht in Band 1.

Zu den Charakteren: Sofia ist ziemlich flach, sie gewöhnt sich viel zu schnell an die beschissene Situation, dass es offenbar Vampire gibt und sie eine lebenslange Sklavin ist. Letzteres ist übrigens nicht wirklich gefährlich, denn Derek, der noch flacher ist als Sofia, frisst ihr aus der Hand wie mein zukünftiger fluffiger kleiner Hund hoffentlich auch. Außerdem trinkt er kaum Blut und nur wenn er muss und krümmt Sofia und seinem restlichen Harem kein einziges Haar.
Dieser Bad Boy-Charme, den Derek offenbar haben soll, geht total in die Hose. Ein Bad Boy ist Hardin aus After Passion (das ich aber nicht mag) zum Beispiel, aber Derek Novak ist nicht einmal ansatzweise das, was ich als Bad Boy bezeichnen würde.

Die Geschichte ist aus Sofias und Dereks Sicht geschrieben, kapitelweise abwechselnd. Ehrlich, Liebe auf den ersten Blick ist schon süß, aber das, was da mit Derek abgeht, ist so schrecklich unauthentisch. Sofia ist auch nicht besser, ihre Gedanken sind mir zu seicht. Als hätte die Autorin sich keine Sekunde in ihre Lage versetzt…

Ich bin selbst Selfpublisher und finde Selfpublishing richtig cool und praktisch. Für mein Buch habe ich mir auch den Lektor gespart, aber selbst in meinem sind weniger Fehler drin. Schreiben macht unheimlich Spaß, aber die meisten Autoren müssen ihre Bücher mindestens einmal überarbeiten. Das hätte Frau Forrest auch gemusst. Ein paar Schreibfehler sind in einem „Millionen-Bestseller“ mit sieben Bänden unverzeihlich, ehrlich. Leute, wenn ihr selbst Autoren seid, merkt euch eines: Es nimmt dem Satz unheimlich die Spannung, wenn ihr sowas bringt wie „Er hob die Hand, wobei er mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht strich.“ Und das auf fast jeder Seite. Wie unprofessionell ist das denn? Und ich bin da allein draufgekommen, ohne Deutschstudium 😀
Außerdem überspringt sie einige interessante Handlungen, indem sie sie in einem Nebensatz abhandelt. Das hätte sie interessanter machen können, denn viele Seiten hat das Buch ja auch nicht.
Vielleicht bin ich ein wenig zu spitzfindrig, aber bei schlechtem Schreibstil reagiere ich allergisch. Natürlich muss das nur mir gefallen, die anderen tausend positiven Kritiken sprechen ja gegen meine Meinung. Aber der Schreibstil ist echt unterirdisch, da er so viele Dinge verwendet, die dem Text die Spannung nehmen und das Ganze nur vor sich hin plänkeln lassen.


Schlussplädoyer

Das Schattenreich der Vampire hält überhaupt nicht das, was es verspricht. Ich lese zwar gerade Band 2, in der Hoffnung, dass es besser wird, aber ohne Aussicht auf Besserung. Für eine Selfpublisherin, die angeblich schon Millionen von Exemplare verkauft hat und ein Bestseller ist, ist der Schreibstil grottig. Ich habe mir meinen Schreibstil über die letzten 2 Jahre mühsam angeeignet, immer wieder verbessert und abgeändert, bis ich jetzt zufrieden bin. Aber selbst dann geht das Lernen weiter. Ich hätte vor 2-3 Jahren genauso geschrieben.
Die Geschichte selbst ist seicht und ziemlich unfundiert, das hätte sich ein pubertäres Twilight-Girlie ohne Mühe ausdenken können.

Einziges positives Fazit dieses Buches: Ich sollte definitiv in Facebook-Werbung investieren, die 9 € pro Tag scheinen sich zu lohnen, selbst mit unglaublich schlechtem Klappentext.

Liebe Grüße und Hakuna Matata

Isabella

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