Rezension #45 {Ein Schattenreich voller Blut}

Teil 1 habe ich bereits gelesen und es hat mir gar nicht gefallen. Ich hatte noch Hoffnung – und habe mir Teil 2 angetan – aber wurde wiederum enttäuscht. Hier könnt ihr nachlesen, wieso. Sogar mit vielen Beispielen und Zitaten.


Das Schattenreich der Vampire 2: Ein Schattenreich voller Blut


Eckdaten

Autor: Bella Forrest

Verlag: Amazon Media

Sprache: Deutsch

Band: 2 von 7

Folgeband: Eine Burg aus Sand, Im Schatten des Lichts, Der Glanz der Sonne, Das Tor zur Nacht, Der Anbruch des Tages

Preis: 3,99 € (eBook)


Inhaltsangabe

Sofia hat es mit Ben von der Insel des Vampire geschafft und musste Derek loslassen. Doch das Leben ist nicht mehr wie vorher und schwupps – ist Vivienne (Dereks Schwester) da, um sie zurückzuholen. Und Sofia geht natürlich mit – wieso auch nicht? Zurück auf eine Insel voller Vampire, ohne Freunde und mit ganz vielen Leuten, die sie mal gar nicht leiden können. Toll. Sehr kluge Entscheidung. Tja, was tut man nicht alles für jemanden, bei dem man nicht weiß, was man für ihn empfindet?


Cover

Einfach nur grausam. Und der Titel erst – da war jemand ziemlich unprofessionelles am Werk. Ist natürlich nur meine Meinung, aber aus dem Alter, als ich das cool fand, bin ich schon seit 10 Jahren draußen (und selbst hätte ich es vermutlich nur mäßig cool gefunden).


Ich und das Buch

Über die Story und die Charaktere hatte ich ja in der Rezi von Teil 1 schon gemeckert, das setzt sich kontinuierlich und ziemlich verlässlich in Teil 2 auch fort. Sofias Entscheidungen sind oftmals nicht nachvollziehbar und auch Derek benimmt sich wie eine hormongesteuerte Schwangere. Nicht mehr auszuhalten!

Jetzt habe ich mir während des Lesens die Zeit genommen und Beispiele für das misslungene Werk markiert, um sie hier später zeigen zu können.

Beispiel 1: Rechtschreibung

„Ich habe gelegentlich daran gedacht, doch ich könnte niemals eine Jägerin werden und ein Leben führen, dass der Vergeltung gewidmet war.“ (Sofia, Kapitel 15)

„Wir möchten, dass du uns alles erzählst, was du über ihren Zirkel weist …“ (Ben, Kapitel 39)

Ehrlich, gegen einen oder zwei Schreibfehler sagt ja niemand was, aber dass und das sollte man als Schriftsteller auch unterscheiden können. Und als Lektor sowieso! Und wie man weißt schreibt, genauso!

Beispiel 2: Zeiten

„Selbst wenn ich es gekonnt hätte, bezweifle ich, dass ich etwas hätte spüren können.“ (Ben, Kapitel 16)

Zeiten ist auch so etwas, das in diesem Buch oft durcheinandergewirbelt wird. An manchen stellen wird einfach das Präsens benutzt, obwohl die gesamte Geschichte kontinuierlich in der Vergangenheitsform erzählt wird. Ein „bezweifle“ passt zwar grammatikalisch in den Satz, aber zum Text selbst passt es überhaupt nicht.

Beispiel 3: Zeichensetzung

„Nach meiner Erinnerungslücke begann die Finsternis, mich zu vereinnahmen, und ich hatte nicht genügend Willenskraft übrig, um mich dagegen zu wehren.“ (Derek, Kapitel 23)

Das zweite Komma würde ich noch durchgehen lassen, aber Komma 1 ist meiner Meinung nach nicht richtig. Anscheinend (laut neuer Rechtschreibung) ist beides möglich, aber auch an anderen Stellen kam mir die Zeichensetzung etwas Spanisch vor…

Beispiel 4: Logik

„>JA<, nickte sie.“ (Ben, Kapitel 26)

Ähm, seit wann kann man denn mit einem Nicken wörtliche Rede ausdrücken? Mal abgesehen davon, dass die Autorin keine Abwechslung in die Rede reinbringt und ständig nur „sagte er“, „sagte sie“ zum Besten gibt (was mich auf die Dauer ziemlich annervt), ist das kein schöner Schreibstil. Ein besseres Beispiel gibt es aber noch:

Mir war schmerzlich bewusst, was Jäger Vampiren antaten, sobald sie einmal gefangen genommen waren. Kein Vampir war jemals zurückgekehrt.“ (Derek, Kapitel 40)

Ich verstehe schon, dass er damit ausdrücken möchte, dass die Vampire tot sind am Ende. Doch wie er es sagt hat es Verwirrung bei mir gestiftet. Kennt ihr sie Szene in Fluch der Karibik 1, in der gefangene Piraten über die Schrecken erzählen, die die Black Pearl und ihre Besatzung verbrechen? Und dass keiner einen Angriff lebend überstanden hat? Woraufhin dann Jack sagt: „Wenn es niemand überlebt hat, woher kommen dann die Geschichten?“ Genau so ging es mir, als ich das las. Richtig durchdacht ist das nämlich nicht.

Manchmal hat Sofia übrigens kastanienbraunes Haar und manchmal rote Locken. Ich weiß nicht, woher sie die Zeit nimmt, zum Friseur zu gehen?

Beispiel 5: Stil

„Doch vor allem fragte ich mich, ob sie jemals wahrlich mir gehören würde.“ (Ben, Kapitel 26)

Ehrlich, hätte Derek diesen Satz von sich gegeben, dann hätte ich es auf seinen 400-Jahre-Schlaf geschoben, dass er so gestelzt redet – mal abgesehen davon, dass er „okay“ genau wie alle anderen benutzt und das vor 400 Jahren garantiert noch nicht in Mode war.
Aber hallo?! Das ist Ben, der das sagen soll. Ben, der 17 Jahre alt ist und ein normaler amerikanischer Teenager. Nicht einmal in Gedanken würde er dieses Wort benutzen! Keiner von uns würde das. Ich weiß, das sind Kleinigkeiten, aber gerade als Kapitelende fällt es halt schon extrem auf. Ich bin beim Lesen richtig darüber gestoplert, weil es in den übrigen Stil einfach nicht reinpasst. Und das sollte meiner Meinung nach auch nicht sein…

„… bemerkte die Wut, die ihr Gesicht verunzierte.“ (Derek, Kapitel 44)

Okay, der 400jährige Sack Derek darf sowas vielleicht sagen – aber ich habe das Wort erst mal gegoogelt, weil ich zwar verstand, was gemeint war, aber nicht glauben konnte, dass das Wort existiert 😀

Beispiel 6: Spannungszerstörer

„… sprang er, sodass wir uns zusammen im freien Fall den etwa dreißig Meter unter uns liegenden zerklüfteten Felsen näherten.“ (Sofia, Kapitel 34)

„Sie hörte auf zu lesen und fuhr damit fort zu weinen, wobei sie den Verlust all der Sklaven betrauerte, die es gewagt hatten, sich gegen uns zu erheben.“ (Derek, Kapitel 38)

Manchmal ist weniger mehr. Das habe ich übrigens auch schon an Teil 1 bemängelt. Solche Wörtchen zu benutzen, um längere Sätze zu bilden, killen dermaßen die Spannung, dass der Text einfach nur noch monoton wirkt. Gerade eine Sprungszene, in der sie Todesangst haben könnte, den freien Fall beschreiben, das Bauchkribbeln, den rauschenden Wind … all das zerstört die Autorin gekonnt mit einem „sodass“. Ist auch eine Kunst, wenn ihr mich fragt…

Ich glaube ich höre mal auf, sonst liest diesen Beitrag keiner 😀

Woran das liegen könnte…

Die Bücher sind eigentlich auf Englisch. Vielleicht ist auch einfach nur der Übersetzer der größte Lauch, der auf Erden wandelt (Gruß an dieser Stelle an meine Sis 😉 ) und die englischen Bände sind ultra hammer geil. Aber trotzdem gefällt mir der Stil und die Handlung überhaupt nicht, sie ist zu oberflächlich und stereotypisch, als dass ich etwas damit anfangen könnte. Und das hat mir so dermaßen die Stimmung verdorben, dass ich der englischen Version nicht mal eine Chance geben möchte.


Schlussplädoyer

Ein Schattenreich voller Blut hat nicht nur Mängel am Cover, Titel und Inhalt, sondern auch an Stil, Logik, Grammatik und Rechtschreibung. Dafür, dass es angeblich so viele toll finden, ist es echt schlecht und auch wenn es mit einem recht guten Cliffhanger aufhört, bin ich nicht gewillt, dieser (für mein Empfinden) inkompetenten Autorin weiteres Geld in den Rachen zu schieben. Solltet ihr (und das sage ich ausdrücklich) übrigens auch nicht!

Liebe Grüße und Hakuna Matata

Isabella

Ps: wie seht ihr das? Sind diese Fehler zu verzeihen oder sagt ich auch wie ich: Das geht gar nicht!

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