Rezension #56 {Harry Potter and the Cursed Child} – spoilerfrei!

Gestern war Harrys Geburtstag – und zufälligerweise auch der Release-Tag von Harry Potter and the Cursed Child, dem Script zum gleichnamigen Theaterstück, das man in London besuchen kann. Natürlich kann ich nicht bis September warten, denn dann kommt die deutsche Übersetzung in die Läden – ich musste es gestern gleich kaufen, als eBook, damit mir keine Minute verloren geht! Und heute habe ich es schon ausgelesen – ein wenig schade, doch trotzdem schön. Denn jetzt freue ich mich noch mehr auf das Stück im Oktober! An alle Fans: Ich schreibe meine Rezension spoilerfrei. Auch wenn es mir das Herz bricht 😀


Harry Potter and the Cursed Child

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Eckdaten

Autor: Joanne K. Rowling, Jack Thorne

Verlag: Brown Book Group

Sprache: Englisch

Erscheinungsdatum: 31. Juli 2016

Band: 1 von 1

Preis: 19,99 €


Inhaltsangabe

22 Jahre nach der epischen Schlacht um Hogwarts hat es Harry Potter weit gebracht: Ginny, seine tolle Frau, einen guten Job im Ministerium für Zauberei und drei Kinder, dazu noch seine Freunde Ron und Hermine mit deren Kindern. Doch nicht alles ist Friede Freude Eierkuchen: Denn Albus Severus Potter, der mittlere der drei Potter-Kinder, hadert mich sich und dem „Erbe“ seines Vaters. Noch dazu freundet er sich mit Scorpius Malfoy, Draco Malfoys Sohn an und wird vom sprechenden Hut nach Slytherin gesteckt. Das passt irgendwie nicht zu einem Potter, oder? Oder doch? Missverstanden von seinem Vater und der Welt, nur Scorpius, dem er vertrauen kann, möchte er (sich oder vielleicht anderen) etwas beweisen und macht sich auf die Reise durch Raum und Zeit, um das Schicksal zu ändern – zum Guten? Zum Bösen? Mal sehen …


Cover

Das Cover ist recht schlicht und auch im selben Motiv wie der Titel des Theaterstücks. Jetzt endlich verstehe ich die Bedeutung dahinter, die der Flügel und des Nestes. Von daher ein gut gewähltes Cover.


Ich und das Buch

Ja, das Buch ist wie ein Skript aufgebaut. Aber nein, irgendwie stört es überhaupt nicht. Es liest sich trotzdem leicht und schnell, vielleicht sogar etwas schneller, denn vieles passiert in der Fantasie. Aber zurück zum Anfang.

Das Stück ist in zwei Teile aufgeteilt, Part One und Part Two. Beide haben logischerweise, da es eine Pause gibt, jeweils zwei Akte. Akt Eins ist eher eine Art Prolog, man wird in die Welt von Harry gesogen und erlebt den Alltag und sogar ein paar Jahre im Zeitraffer mit. Doch auch auf Albus und Scorpius wird viel Wert gelegt, sie sind die eigentlichen Hauptcharaktere des Stücks – denn ausnahmsweise verzapfen nicht Harry, Ron und Hermine, sondern ihre Kinder den Mist 😉

Wer sich überlegt, das Stück anzusehen, dem würde ich, ohne es gesehen zu haben, empfehlen, beide Parts schnellstmöglich hintereinander anzuschauen. Denn der Cliffhanger nach Part One ist richtig fies 😀 Das kann man echt nicht so stehen lassen, selbst die Cliffhanger vor den Pausen sind schon fies, aber dieser Cliffhanger toppt es noch mal! Also: unbedingt zeitnah schauen.

Die einzelnen Akte sind in Szenen aufgeteilt, die erstaunlich kurz sind. Teilweise tatsächlich auch nur so kurz wie in einem Film. Ich bin wirklich gespannt, wie sie das machen werden, denn es gibt bemerkenswert viele Schauplätze. Klar, einige Plätze tauchen mehrfach auf, doch wenn ich nur daran denke, dass es Hogwarts, den verbotenen Wald, einen Unterwasser-Schauplatz, Harrys Haus, der Slytherin Schlafsaal etc. geben wird, werde ich a) schon ganz augeregt und b) interessiert, wie sie das anstellen werden.

Die besagten Schauplätze sind nicht beschrieben im Buch, eigentlich gibt es kaum Anweisungen des Autors, wie sich die Schauspieler zu verhalten haben. Daher wird wohl jeder sein eigenes Kopfkino entwickeln und ich bin schon gespannt, wie die richtigen Schauspieler ihre Rolle umsetzen werden. Vor allem, wenn Vielsafttrank im Spiel ist … 😉

Auch die Zauberei kommt im Stück nicht zu kurz. Oder Kreaturen wie der Zentaur Bane (auf den ich seeeehr gespannt bin!). Es fliegen Flüche und Sprüche hin und her, Leute werden durch die Luft geschleudert oder magisch gefesselt – es verspricht ein Spektakel zu werden.

Jetzt aber zu den Charakteren selbst!

Harry ist natürlich erwachsener geworden, doch irgendwie passt sein Text noch immer zu ihm. Er gibt sich Mühe, will die Anerkennung für seine Heldentaten noch immer nicht, doch trotzdem wirkt es auf seinen Sohn, als wäre er eine Art übermächtiger Zauberer. Dabei hat Harry doch auch nur Angst um seinen Sohn und möchte ihm ein guter Vater sein.

Quelle: Harrypottertheplay.com

Quelle: Harrypottertheplay.com

Ron und Hermine sind aufs Auge genau getroffen – Ron macht ständig flapsige Bemerkungen, auch wenn seine Rolle nicht so groß ist. Da kommt Hermine schon deutlich öfter vor – doch auch sie ist ganz die Alte: die intelligente, strebsame Einserschülerin, die jetzt eine Menge Macht und Einfluss hat. Und ob ihr’s glaubt oder nicht, während des Lesens habe ich mir keine Emma Watson vorgestellt, sondern es mit Noma Dumezweni versucht – und es passt! Ich bin jetzt restlos überzeugt, dass sie eine super Hermine abgeben wird. Das wird klasse!

Natürlich muss jetzt auch noch Albus Severus Potter zur Sprache kommen, derjenige, der das ganze Theaterstück ausgelöst hat. Er brockt sich eine Menge Ärger ein, teils unverschuldet, teils nicht. Doch mit Scorpius an seiner Seite, der ein erstaunlich guter Mini-Malfoy ist, entwickelt sich eine regelrecht Bromance (wenn man das bei Vierzehnjährigen schon sagen kann) 😀 die aber echt schön zu lesen und bestimmt auch anzusehen ist. Die beiden sind Harry, Ron und Hermin im Kompaktformat. Vor allem Scorpius habe ich in Akt eins ziemlich gefeiert, denn er hat ein paar wirklich witzige Sprüche drauf.

Draco Malfoy hat natürlich neben seinem Sohn eine recht große Rolle. Man spürt noch immer den alten, jungen Malfoy, doch inzwischen ist er ein fast schon gebrochener Mann aufgrund seiner Vergangenheit und gegenwärtigen Situation. Denn die Gerüchte, die sich um seinen Sohn Scorpius hartnäckig ranken, sind nicht gerade das, was gute Publicity genannt werden kann.

Letztendlich gibt es natürlich noch einige weitere Charaktere, wie Professor McGonagall, Albus Dumbledore, Rubeus Hagrid, Cedric Diggory und auch Voldemort, die auf die Bühne gerufen werden. Eine Tatsache, die mir vor Freude Tränen in die Augen treibt. Denn auch wenn einige von ihnen bereits gegangen sind, so ist es trotzdem noch schön, sie auch wiederzusehen.

Die Story – spoilerfrei sogar!

Mir persönlich gefällt die Geschichte. Ich habe so etwas Ähnliches erwartet, was aber nicht bedeutet, dass ich enttäuscht bin. Immer, wenn man denkt, es kann nicht schlimmer kommen, verändert sich die Situation. Klar, insgesamt 4 Stunden Theaterstück sind lang, da kann man viel verarbeiten … Doch die Geschichte ist toll, spannend von der ersten Minute, und macht eine wunderbare Entwicklung durch. Auch das Ende kann sich sehen lassen, es ist gleichermaßen ein Abschiednehmen von Harrys Kindheit und der Beginn einer tollen Familie. Oh Gott, ich muss jetzt schon heulen, wenn ich drandenke – Memo an mich: DRINGEND ins Theaterstück Taschentücher mitnehmen!


Schlussplädoyer

Harry Potter and the Cursed Child kann man zwar nicht seinen Kindern vorlesen, doch wer es liest, der wird unweigerlich in seine eigene Version von Hogwarts und der magischen Welt von Harry Potter eingeladen. Auch wenn es kein richtiges Buch ist, ist die Geschichte doch wunderschön, spannend und hält nicht nur altbekannte, sondern auch neue, tolle Charaktere bereit, mit denen man mitfiebern möchte. Nach allem, was ich jetzt gelesen habe, bin ich noch gespannter auf das Theaterstück, denn es verspricht episch, magisch und wunderbar zu werden!

Liebe Grüße und Hakuna Matata

Isabella

Ps: weshalb das Stück „and the Cursed Child“ heißt, darüber lässt sich meiner Meinung nach streiten. Denn ich finde, es könnten sowohl Albus, Scorpius, Harry, als auch weitere Personen gemeint sein – ich glaube, das steht jedem frei zu entscheiden.

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4 Gedanken zu „Rezension #56 {Harry Potter and the Cursed Child} – spoilerfrei!

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